In den letzten Wochen hat sich in der Natur viel getan: Der Frühling zog ein und wurde zum Frühsommer, der in der ersten Woche der Pfingstferien schon für sommerliche Hitze sorgte, überall wächst, grünt und blüht es. So auch in unserem Schulgarten, den die Drittklässler im Herbst übernahmen. Nachdem die Kinder im Oktober mit ihrer ersten Ernte starten konnten – die im Frühjahr von ihren beiden Vorgängerklassen gesetzten Kartoffeln wurden von ihnen zu leckeren im Ofen gebackenen Kartoffelspiralen verarbeitet – und dann viel Laub sammelten und auf dem Acker ausbrachten, ging es nach der Winterpause im März mit schweißtreibender Arbeit los: Der gesamte Acker musste umgegraben werden, wobei unsere Hühner wertvolle Unterstützung leisteten.

Nach den Osterferien fand dann die erste Pflanzung statt. Es ging ein wenig zu wie auf einem quirligen Ameisenhaufen, als 26 Kinder mit Unterstützung von sechs Erwachsenen fachkundig Mangold, Salate, Bete, Fenchel und Kohlrabi pflanzten, Radieschen, Rauke, Kresse, Möhren, Schwarzwurzeln und Erbsen säten sowie Kartoffeln legten. In den folgenden Zeit ging die Klasse einmal pro Woche auf den Acker, um die Beete zu pflegen, wegen des warmen und trockenen Wetters musste ausnahmsweise auch gegossen werden. Da war es dann sehr praktisch, dass so viele Hände vorhanden waren, die in einer langen Kette die Gießkannen vom Wassertank zum Acker weiterreichen konnten. Vor den Osterferien konnte dann auch noch der inzwischen traditionelle Kompost angelegt werden. Ein großer Dank gilt dabei den Helferinnen und Helfern von der Kompostgruppe des Kappler Arbeitskreises Klimaschutz. Sie stellten nicht nur einen großen Teil des benötigten Ausgangsmaterials zur Verfügung – 1000 l Grasschnitt, Laub, Heu, Stroh usw. müssen erstmal zusammenkommen -, vor allem unterstützten sie tatkräftig und mit Fachkenntnis und guter Laune beim Aufbau des Komposthaufens und übernahmen auch einen großen Teil der Temperaturmessung und das Umschichten. Mit dieser Unterstützung konnten die Kinder erfahren, wie sich aus den verschiedenen Materialien – gemischt mit der unverzichtbaren „Alpakakaka“ vom Sohlhof – nach und nach hochwertiger, von Mikroorganismen belebter Kompost entwickelte, der demnächst unseren Ackerboden noch besser machen wird, und das auf ganz natürliche Weise. Vor allem die Wärmeentwicklung im Kompost war für die Kinder beeindrucken, beim Wenden konnten sie die Wärme deutlich spüren.

Nach den Eisheiligen, direkt vor den Pfingstferien, erfolgte dann die zweite Pflanzung, bei der die frostempfindlichen Gemüsearten auf den Acker kamen. Nun wachsen auch Tomaten, Paprika, Gurken, Kürbisse, Zucchini, Sellerie, Lauch und Mais in unserem Schulgarten. Die erste eigene Ernte wurde auch schon verzehrt: Radieschen, Rauke und Kresse schmeckten gut und steigern die Neugier auf das, was in den nächsten Wochen noch geerntet werden kann.
Wie schön, dass es im Schulgarten wieder wächst! Das gilt für das Gemüse und für die Kinder, die immer mehr Kenntnisse und Fertigkeiten erwerben und auch Stück für Stück lernen, sich eigenverantwortlich zu organisieren und zu arbeiten.

